Sardinien 2025 · Etappe 2 von 2

2 - Sardinien 2025

26.08.2026 · Italien

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12.04.2025


Einfach mal treiben lassen - Stagno di Notteri


Denn wir sind dieses Wochenende hier, um einfach mal NICHTS zu tun, was ja bekanntlich keine unserer Stärken ist.

Doch für heute gibt es keinen Plan, außer den, am Strand zu entspannen.

Der gestrige Himmel ist verschwunden, heute begleitet uns eine graue Wolkendecke, als hätte uns der ach so lustige April

nun auch hier im Paradies gefunden.


Mit dem Ziel - ja, vielleicht ist es doch ein ganz klitzekleiner Plan - vielleicht ein paar Flamingos vor die Linse zu bekommen,

entscheiden wir uns für einen Strand an einer Lagune, zwischen Dünen und Meer.




Trotz oder gerade wegen des fehlenden Sonnenscheins, spiegelt das glatte Wasser der Lagune den Himmel auf eine wunderbar mystische Art. Kleine Inseln aus Sand und Felsen ragen aus dem Wasser hervor, genau wie ein Straßenschild, welches inmitten von Flamingos in Abwesenheit, irritierend deplatziert auf einem Bein im wohl höher als im Sommer stehenden Wassers thront und an sich selbst zu zweifeln scheint.

Nun gut, gänzlich abwesend sind die possierlichen Tierchen nicht. Sie stolzieren ein Stück weiter landeinwärts durch ihr eigenes kleines Paradies, womit André zu seinem Fotomotiv kommt - es ist nicht die einzige Vogelart hier - und wir bekommen die Möglichkeit, unsere kreative Ader auf ein höheres Level zu bewegen.


Denn was macht man an einem menschenleeren Ort, wie diesem und fehlendem Badewetter, wenn man über ein paar ehemalige Baumteile stolpert? Was Menschen in so einem Fall eben so machen!


Aus Ästen werden Kampfstöcke, aus Zweigen filigrane Schreibwerkzeuge und ehe wir uns versehen, fechten wir in einer kunstvoll dekorierten Arena darum, welches Spiel mit dem mitgebrachten Ball uns als erstes den Atem rauben darf. Herrlich, diese Ruhe und Freiheit, kurz vor dem Ansturm der Menschenmassen auf das Eiland.



Als es anfängt mit regnen, packen wir an einem einigermaßen wind- und eher nicht wassergeschützten Ort unser Picknick aus, dass wir heute Morgen auf dem Markt in Villasimius organisiert hatten.


Käsestand in Villasimius


Mit professioneller Distanz beobachten die Flamingos, wie die merkwürdigen Zweibeiner versuchen, den Wind davon abzuhalten, ihre Käsebrote mit einer knusprigen Sandpanade zu überziehen.

Zur Ablenkung zerrt er an unseren Sachen und versucht, Mützen über Dünen Spiele gegen uns zu gewinnen. So romantisch ein Picknick am Strand vielleicht klingen mag, ist es nicht. Wenigstens haben die anderen seltsamen Vögel hier heute ordentlich was zu Lachen.



Gastfreundschaft groß geschrieben


Gegen Abend werden wir von unserer Gastfamilie in ihren Garten eingeladen. Mit Stolz wird uns ihr ganz persönliches Stück Natur gezeigt. Wir dürfen die Früchte, die hier wachsen, probieren und erfahren, wie und zu was sie verarbeitet werden, sind beim Füttern der Schafe dabei, gehen entlang der bepflanzten Beete und plaudern zwischen der ein oder anderen Köstlichkeit völlig unkompliziert, als würden wir schon immer dazu gehören.


Alles wird geteilt, nebenbei spielt Yuna ausgelassen mit einem der Familienhunde, dazu bedarf es ja bekanntlich keiner Übersetzung.



Begleitet, von dem kleinen türkisfarbenen Vehikel der Familie, machen wir uns auf den Rückweg. Im Gepäck zu viel Obst und Gemüse, dass der Kelch, heute Abend noch zu kochen, wohl nicht an André vorbei geht. Und während mir Opa im Hof die Likörflasche aus einem großen Kanister neu befüllt, zaubert meine Familie ein leckeres Abendessen. Mit einem leckeren Gläschen Mirto stoßen wir darauf an, wieder einmal nicht nur Urlaub zu machen, sondern für ein paar Tage vollkommen in das sardische Leben eintauchen zu dürfen.


Genau diese Begegnungen sind der Unterschied, zwischen Urlaub machen und Reisen. Und nur so kann man am Ende sagen: ich war vor Ort und habe das dortige Leben kennengelernt.


Morgen fahren wir nach Cagliari, bis dahin, gute Nacht 🌜

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