Taiwan 2024 · Etappe 2 von 9

Taiwan 1 – Taipei

17.10.2024 · Taiwan

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Tiere in Not · Taiwan
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26.09.2024 – 11.10.2024

1. Taipei

Blick vom Elephant Mountain auf Taipei
  • 1.1 ANREISE und ANKUNFT in TAIWAN (Donnerstag; 26.09.2024)

Endlich ist es wieder so weit, wir packen unseren Koffer, die Vorfreude steigt. Genau, ihr habt richtig gelesen, wir reisen mit möglichst wenig Gepäck und obwohl bei China Airlines zwei Gepäckstücke pro Person erlaubt sind, haben wir zu dritt nur einen einzigen Koffer dabei. Das stellt sich diesmal leider als Fehler heraus. Man ist sehr genau, was Größe und Gewicht der Gepäckstücke angeht. Unser Koffer ist natürlich ganze drei Kilogramm zu schwer. Nach nervigem Hin und Her räumen und mit schwerem Handgepäck versuchen wir unser Glück erneut. Das Gewicht passt. Aber: der Koffer ist zu groß. Aber lasst uns doch erstmal auspacken. Genau mein Humor.

(Flugpreis: 859€ p.P. nonstop von FRA nach TPE)

Am Morgen des 27.09.2024 landen wir pünktlich zu André’s Geburtstag in Taipei. Unser Roadrip durch Taiwan beginnt.

Als erstes fällt uns ein Schild auf, welches ankündigt, dass hier keine Drogen- oder Sprengstoffspürhunde am Werk sind, sondern solche, die das Gepäck der Reisenden auf illegal eingeführte Lebensmittel überprüfen.

eines von vielen, teils lustigen Warnschildern am Flughafen

Schnell prüfen auch wir unser Handgepäck auf Lebensmittel und tatsächlich finden wir ganz unten im Rucksack eine Banane. Puh, gerade nochmal gut gegangen. Hektisch wird sie aufgefuttert und dann geht’s auch schon ab durch den Zoll. Erstaunlich schnell halten wir auch schon unseren viel zu großen Koffer in der Hand.

Bevor wir den Flughafen verlassen, holen wir unsere zuvor von zu Hause aus bestellten EasyCards, aufladbare Karten, mit denen man sich an MRT, Bus, Zug, Fähre etc. einfach ein- und ausscannen kann, am Counter ab. Parkgebühr oder Eintritt an Touristenattraktionen zahlen, ist damit genauso möglich, wie einkaufen. Sowohl an MRT Stationen, als auch in vielen Supermärkten, wie z.B. 7-Eleven oder FamilyMart, lässt sich die Karte neu mit Geld befüllen. Wir haben sie über Klook gekauft und direkt per Kreditkarte aufgeladen.

Gegenüber des EasyCard Schalters, einmal quer durch das Terminal, holen wir noch fix zwei lokale Simkarten ab, um unterwegs mit Internet versorgt zu sein. Auch die haben wir von zu Hause aus vorbestellt. Der nette Mitarbeiter legt sie direkt in unsere Handys ein und wir können starten.

Nein, halt! Schon wieder fast vergessen. Wir saßen schon im Flieger, als wir noch schnell die Unterlagen für ein Gewinnspiel ausgefüllt haben, welches Taiwan für Individualreisende veranstaltet. Sobald man registriert ist, was frühestens 7 Tage und spätestens 24h vor der Einreise möglich ist, bekommt man einen QR Code, mit dem man in der Ankunftshalle des Flughafens am Gewinnspiel teilnehmen kann. Wir haben nicht gewonnen. Sich erst im Flugzeug zu registrieren war offensichtlich auch ein wenig zu spät 😉

Vom internationalen Flughafen Taoyuan (TPE) fährt regelmäßig ein Zug nach Taipei. Das Caesar Metro Hotel Taipei, in dem wir übernachten, hat eine sehr gute Verkehrsanbindung. Die Wanhua Railway Station befindet sich direkt unter dem Hotelgebäude.

Man ist hier allerdings sehr streng, was die Einhaltung der Check in Zeiten angeht. Auf unsere Anfrage per Mail, ob wir das Zimmer schon früher beziehen dürften, hatten wir keine Antwort erhalten. Jetzt erfahren wir, dass es gegen einen Betrag von ca. 100€ möglich wäre. Wir entscheiden uns spontan dagegen, stellen unser Gepäck ab und machen uns auf die Suche nach einem ruhigen Ort zum Relaxen. Mit dem Bus geht es zum Shuangyuan Riverside Park. Dort finden wir einen hübschen Spielplatz und verbringen ein wenig Zeit hier. Dann schlendern wir weiter in Richtung Huajiang Wild Duck Nature Parc. Am Nachmittag ziehen dicke Regenwolken auf. Auf der Suche nach Unterschlupf treffen wir Einheimische, welche an Tischen unter einem großen Tarp sitzen. Wir dürfen uns dazu gesellen und unterhalten uns mit Händen und Füßen. Verstanden hat am Ende wohl keiner, um was es eigentlich ging, aber alle hatten etwas zu lachen.

Sechs Stunden später beziehen wir unser Zimmer und freuen uns über einen spektakulären Blick aus der 26. Etage über die Stadt.

https://www.instagram.com/reel/DAtMBa4S2AR/?igsh=aHJkdWdyNHc5dHVw

Zum Abendessen müssen wir unser Domizil noch einmal verlassen, und so stürzen wir uns ins bunte Getümmel.

Rainbow Six (MRT Station Ximen; Exit 6) steht für die erlaubte gleichgeschlechtliche Ehe in Taiwan

Da wir aber völlig übermüdet sind, überfordern uns die unzähligen Angebote und das Ergebnis sieht so aus:

Chocolate Shaved Ice zum Abendessen

Na ob das mal gut geht? 😱

Übernachtung:

4 Nächte im Caesar Metro Hotel Taipei

  • 1.2. Taipei 101 (Samstag; 28.09.2024)

Wir haben Startprobleme. Das riesige Eis gestern Abend war wohl nicht die allerbeste Idee. Yuna fühlt sich nicht gut und muss brechen. Das ist allerdings nicht zum ersten Mal der Fall. Sie neigt bei Überanstrengung einfach dazu. Wir sind nicht böse, uns noch ausruhen zu können. Während ich beim Kind bleibe, besorgt uns André an der Straße Frühstück, was nicht ganz einfach ist. Selbst Google erfindet beim Versuch, die Gerichte zu übersetzen, die kuriosesten Leckereien.

“Pferd beschwert sich” oder “Angst vor Jojobe” sind nur zwei dieser unerklärlichen Angebote auf der Speisekarte.

Gegen Mittag fühlt sich Yuna langsam besser und so machen wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Unser Ziel ist der Taipei 101 im Stadtteil Xinyi.

Unsere EasyCards nutzend, fahren wir bis zum Shin Kong Mitsukoshi Department Store und lassen uns durch die belebten Straßen treiben. Artisten präsentieren ihre Künste, Clowns unterhalten Kinder, Boutiquen laden zum Shoppen ein. Wieder einmal bremst ein Regenguss unseren Erkundungstrieb aus. Aber wie immer hält der Regen nicht lange an und wir stehen wenig später am Eingang des Taipei 101.

Die Karten, um in 37 Sekunden bis zu Etage 89F fahren zu dürfen, haben wir über Klook gekauft. Die Warteschlange am Fahrstuhl ist recht lang, trotzdem sind wir relativ zügig an der Reihe und düsen von einem Sternenhimmel begleitet in die Höhe. So geräumig hatten wir uns die Aussichtsplattform nicht vorgestellt. Restaurants, Souvenirläden, gemütliche Ruhezonen und kitschige Fotohintergründe füllen den Raum, der einmal im Kreis um den riesigen Massendämpfer des Wolkenkratzers führt. Die Aussicht ist phänomenal, zumal wir am Abend dort sind und zusehen, wie die Stadt langsam in der Dunkelheit versinkt und mehr und mehr Lichter das pulsierende Nachtleben einläuten.

Taipei 101 Damper Baby

Nach einer rasanten aber ziemlich engen Abfahrt, plagt uns der Hunger. Auf dem “Raohe St. Night Market” findet man nicht nur alles, was das Herz begehrt, sondern auch so einiges, das einem den Appetit raubt. Im Ganzen panierter Octopus, Fisch – tot oder lebendig, Innereien, lebendig in flüssigen Teig getauchte Meerestiere, Hühnerfüße und mittendrin Spielautomaten, Supermärkte voller Greifautomaten mit den kuriosesten Inhalten, Fußmasseure, Friseure und die unterschiedlichsten Boutiquen.

Alles ist gefüllt mit sich widersprechenden Gerüchen, Musik, Klingeln, Rufen und einem Meer aus Lichtern. Wir wissen nicht, wohin wir zuerst schauen sollen. Nur eines kann ich nicht entdecken: etwas Vegetarisches zum Essen. Während sich André durch diverse Schlemmereien probiert, seine BBQ Oyster Mushrooms waren ziemlich gut, und Yuna sich für ein paniertes Hühnerschnitzel interessiert, stehe ich heute Abend auf der süßen Seite des Lebens. Süße Mochi, Nutella Bananen Pancake und frittierte Milch, stehen auf dem Speiseplan. Am Ende sind wir alle pappsatt und rollen zurück ins Hotel.

Fried Squid 🦑
  • 1.3. Pingxi Line (Sonntag; 29.09.2024)

Während ich zusammenpacke und Yuna noch ein wenig schlafen lasse, holt uns Papa vom Straßenhändler etwas zum Frühstück. Kalten schwarzen Kaffee muss ich zwar nicht nochmal haben aber der Rest ist ganz lecker und wenig später joggen wir zur Bahn, die ja zum Glück quasi im Keller unseres Hotels abfährt. Nach 45 Minuten erreichen wir Ruifang. Nicht weit vom Bahnhof entfernt steigen wir in den Bus nach Jiufen. Schaukelnd schlängelt sich das Vehikel die Serpentinen hinauf. Nicht nur einmal machen wir im Gedränge Bekanntschaft mit unseren, ebenfalls stehenden Nachbarn. Yuna hat eine Dame besonders lieb und setzt sich in der Kurve direkt auf deren Schoß. Die nette Frau redet mit uns, auf Mandarin, lacht, wir antworten und lachen auch. Um was es ging? Wer weiß das schon.

Jiufen ist ziemlich touristisch, was es jedoch nicht weniger anziehend macht. Uns fehlt zwar die Zeit, Wanderungen in die umliegenden Gebiete der ehemaligen Goldgräberstadt zu unternehmen aber für wen sich der Spaziergang durch die alten, mit unzähligen Lampions geschmückten Gassen, voll mit romantischen Cafés, kleinen Ständen, Restaurants mit spannender einheimischer Küche und niedlichen Teehäusern an jeder Ecke noch nicht lohnt, der wirft allerspätestens beim Ausblick über die Berglandschaft bis zum Pazifischen Ozean, welcher dem aufgrund der Luftfeuchtigkeit etwas beschwerlichen Aufstieg folgt, alle Skepsis über Bord und ist von der Schönheit Jiufens ebenso beeindruckt, wie wir.

Lange Rede, kurzer Sinn, wir müssen weiter, wenn sich die Fahrt mit der alten Eisenbahn auf der Pinxie Line noch lohnen soll. Also zurück zum Bus, schwuppdiwupp die Serpentinen, diesmal im Sitzen, wieder runter nach Ruifang und ab in die Bimmelbahn.

Pingxi Bahn

Auf der abenteuerlichen Fahrt passieren wir das Cat Village Houtong, ein ehemaliges Kohle Dorf, in dem vor einigen Jahren ein Katzenfreund anfing, sich für verlassene Stubentiger zu engagieren – heute soll der Ort vor Krimskrams in Katzengestalt nur so wimmeln, zwischendrin, in Kaffees, Schaufenstern, auf Tischen, am Straßenrand, tummeln sich die Samtpfoten, selbst der Zebrastreifen ist wohl im Katzendesign – es regnet gerade wieder und wir sehen vom Zug aus keine einzige -, Sandiaoling, wo der Startpunkt einer empfohlenen Wanderung durch dichten mit Farnen bewachsenen Bambuswald zu gleich drei Wasserfällen im Plan verzeichnet ist (Sandiaoling Waterfall Trail), Dahua, ein Ort, der vom Zug aus einen recht verlassenen Eindruck macht, Shifen, wo wir auf der Rückfahrt planen, einen Zwischenstopp einzulegen, bis Wanggu. Hier haben wir eine Erfrischung am Wasserfall eingeplant. Also steigen wir aus und wandern den Gleisen folgend bis zu einem Schild, welches uns über eine große Brücke die Straße entlang schickt, um die Gleise zu überqueren. Auf dem Rückweg stellen wir fest, den Umweg hätten wir uns sparen und stattdessen einfach weiter an den Gleisen entlang laufen können. Bald kommen wir an ein Haus, dessen Stabilität leicht fragwürdig erscheint. Wir laufen daran vorbei und stoßen auf ein Schild, welches uns davon überzeugt, die Treppe zu unserer Rechten zu betreten. Tatsächlich führt von hier aus ein gut zu verfolgender Pfad direkt zum Wanggu Waterfall. Ein Schild warnt aufgrund des tiefen Wassers unter dem Wasserfall davor, zu baden. Aber Wasser und Schwimmen sind hier in Taiwan ein Thema für sich. Dazu später mehr. Wir haben uns vorab informiert und das Becken am oberen der beiden Fälle wurde als für Schwimmer – aufgrund seiner Tiefe – wunderbarer Erfrischungspool angepriesen. Nur vom Wasserfall selbst gelte es, sich fernzuhalten, da die Unterströmung extrem stark wäre. Doch uns bietet sich ein anders Bild. Aufgrund der starken Regenfälle der letzten Tage und Wochen, stehen wir, anstatt vor einer einladend blauen Lagune, vor tosenden braunen Wassermassen. Hier würde wohl zur jetzigen Jahreszeit auch der beste Schwimmer auf ein Bad verzichten. Also kühlen wir uns die Füße, lassen Yuna ein wenig an den von Felsen eingerahmten Becken im Uferbereich spielen und da es eh gerade wieder einmal zu Regnen anfängt, eilen wir bald zurück zum Bahnhof.

Wanggu Wasserfall

Am nächsten Bahnhof in Lingjiao, bleiben wir wieder im Zug sitzen, obwohl auch hier ein toller Wasserfall sein soll, hinter den es möglich ist, zu schwimmen. Sogar das Springen von den Klippen in den Pool ist aufgrund dessen Tiefe bei Einheimischen und Touristen gleichwohl beliebt. Allerdings sollte man sich unbedingt zeigen lassen, an welchen Stellen das Springen sicher ist und falls man keinen ortskundigen Springer antrifft, lieber darauf verzichten. Wir haben schon in Wanggu von einer Gruppe rumänischer Jugendlicher, die auf dem Weg zum dortigen Wasserfall war, erfahren, dass auch dort das Baden zur Zeit nicht angeraten ist. Eigentlich logisch, da beide Fälle Teil des Keelung River sind. Auch auf die nächste Station Pingxi müssen wir aufgrund der Uhrzeit und des Wetters leider verzichten. Gern hätten wir dort eine kurze Wanderung, unternommen und die steilen Stufen hinauf zum Xiaozi Mountain erklommen. Teilweise über Leitern führend, soll der schmale Pfad, welcher direkt am Felsen nach oben führt, eine ziemlich anspruchsvolle allerdings kurze Strecke sein, auf welcher gerade Yuna garantiert viel Freude gehabt hätte. Der letzte Halt ist Jingtong. Hier haben wir ca. 20 min Zeit, uns umzusehen, bevor die nächste Bahn den Rückweg antritt. Auf alten Gleisen stehen ein paar Loren herum, die an die Zeit des Kohleabbaus erinnern. Der Ort an sich ist recht ruhig, ein paar Geschäfte zieren den Wegesrand, die meisten haben bereits geschlossen. Auch das vegetarische Restaurant nördlich des Bahnhofs hat leider nur zur Mittagszeit geöffnet und so gehen wir langsam wieder zum Zug und fahren zurück bis nach Shifen. Die Wege entlang der Gleise hier sind, im Gegensatz zu denen im menschenleeren Jingtong, von Menschenmassen überflutet. Und nicht nur die Wege, auch auf den Gleisen tummeln sich Reisende und halten reihenweise mit Wünschen beschriftete Himmelskerzen fest, um Fotos davon zu machen.

– Tröööööttt, tröööööt, trööööt‼️‼️‼️ –

Die Menschen laufen durcheinander und räumen die Schienen frei, vor uns brennt noch das fallen gelassene Feuer einer eilig fortgeschafften Laterne und schon rattert der Zug hupend mitten durchs Getümmel, nur Millimeter an Verkaufsständen und Wohnhäusern vorüber. So schnell der Spuk begonnen hat, so schnell ist er auch schon wieder vorbei und jeder nimmt seinen Platz auf oder an der Strecke wieder ein.

Schön sieht es aus, wie die brennenden Lampions in der langsam hereinbrechenden Dunkelheit am Himmel davon schweben. Trotzdem verzichten wir der Umwelt zuliebe auf dieses kurze Vergnügen. Obwohl mittlerweile schon Glückslichter aus Papier angeboten werden, die vollständig abbrennen, hängen überall an der Strecke ausgediente Laternen in den Bäumen und verschandeln die wunderschöne grüne Landschaft.

Da die Suche nach eindeutig als vegetarisch zu identifizierenden herzhaften Gerichten hier heute Abend nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt, gibt es eine Matcha Bubble Waffel mit Vanilleeis, gefrorenen Mango Stückchen und süßer Kaffeesahne. Damit kann ich gut leben und wir machen uns erschöpft aber gesättigt und zufrieden auf den Rückweg nach Taipei.

Himmelslaternen in Shifen
  • 1.4. Elephant Mountain (Montag; 30.09.2024)

Für heute steht Wandern auf dem Plan. Papa holt uns wie gewohnt das Frühstück ans Bett und etwas Nörgelei später sitzen wir in der Bahn zur Taipei Main Station, um dort in die rote MRT Linie umzusteigen, die uns an den Startpunkt unseres geplanten Weges zum Beginn des Trails auf den Elephant Mountain bringt. Eine Weile führt uns der Papa mithilfe der modernen Technik mit dem Apfel noch zwischen Häusern hindurch.

Dann haben wir den Eingang zum Aufstieg gefunden. Der Elephant Mountain gehört, soweit ich es dort gelesen habe, genau wie Tiger, Lion und Leopard Mountain zu einem Geschützten Gebiet mit dem Namen Four Beasts Scenic Area. Vom Taipei 101 aus, soll man wohl die Umrisse der Tiere erahnen können, leider war uns diese Information beim Besuch des Towers noch nicht zugetragen wurden und auch beim wiederholten Studieren der Fotos fehlt mir anscheinend jegliche Fantasie 😉

Stufen, erstmal sehen wir nur Stufen. Hohe Stufen, kurze Stufen, schiefe Stufen, flache Stufen, lange flache Stufen, umgekippte Stufen, stufen mit Wurzeln und um die nächste Kurve rum: wieder Stufen. Dazu kommen dicke dunkelgraue Wolken und als wir gerade überlegen, ob es nicht besser wäre, die Regenponchos auszupacken, stehen wir auch schon unter der Dusche. Mühsam manövrieren wir uns gegenseitig unsere Capes über klebrig nasse Haut und Rucksäcke, damit wenigstens die Kameraausrüstung einigermaßen trocken bleibt und klettern weiter – bei plötzlichem Sonnenschein, 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 120 % unter unseren luftdichten Schutzfolien.

Immer wieder kommen wir an tollen Aussichtspunkten vorbei. Anfangs war nur wenig von der Skyline zu erkennen, verdampfender Regen steigt als Nebel von den Straßen auf aber es ist wunderschön, ich liebe dieses Klima. Feuchtheiße tropische Luft nach einem Regenguss. Die beste Zeit, um im mindestens 28 Grad warmen Meer zu schwimmen. So muss sich Urlaub anfühlen!

Yuna hat auch im Regen Spaß

Nach einer kurzen Pause an einem der tollen Aussichtspunkte, nutzen wir die Stufen erneut, diesmal von ihrer Schokoladenseite. Unterwegs entdecken wir noch einen kleinen Tempel, denn es gibt mehrere Wege nach oben. Wir drehen noch ein kleines Video und dann müssen wir auch schon zurück ins Hotel, um unsere internationalen Führerscheine zu holen. Für den Abend haben wir einen Termin beim Mietwagenverleih. Am Ende fährt André zwar allein, weil Kindi sich nicht überreden lässt, sofort noch einmal durchzustarten, womit wir uns die Möglichkeit verspielen, uns beim Fahren abzuwechseln, im Nachhinein bin ich ganz froh darüber, weil ich dadurch kein schlechtes Gewissen habe muss, meinen Durst mit einem kalten Bier zu stillen… oder zwei… oder drei 😇

In der Zwischenzeit gönnen wir Yuna etwas Ruhe und ich genieße die tolle Aussicht vom Hotelzimmer auf das abendliche Lichtermeer der Stadt.

Blick aus dem bodentiefen Fenster unseres Zimmers

Mit einiger Verspätung, die der Ampel an der Einfahrt zum Parkhaus zuzuschreiben ist, kommt André zurück und findet uns am Pool, wo Yuna fleißig Englisch für die Schule lernt. Baden gehen wir nicht, denn obwohl es ein Außenpool auf der Terrasse ist, fühlen sich sowohl die Luft, als auch das Wasser sehr stark heruntergekühlt an, was für uns Hitzeanbeter ein Minuspunkt ist, da sich auch im Zimmer die Fenster nicht öffnen lassen und wir immer das Gefühl haben, es wäre recht frisch draußen.

Wir halten uns nicht lange auf, sondern satteln die Hühner, um etwas Essbares zu jagen. Noch einmal fahren wir nach Ximending, wo wir bereits am ersten Abend gestrandet waren und wieder beenden wir den Tag vor einem riesigen Eisbecher sitzend.

Mango Shaved Ice

Morgen verlassen wir Taipei. Ab nun geht es mobil weiter.

Oder doch nicht?

Im Wetterbericht, den wir uns vor dem Schlafengehen noch zu Gemüte führen, sprechen sie von einem starken Taifun, der schlimme Schäden auf den Philippinen angerichtet hat.

„… Laut Meteorologen könnte sich Krathon an diesem Dienstag auf seinem Weg Richtung Taiwan in nordöstlicher Richtung zu einem Supertaifun entwickeln. …“

Was nun?

Mehr dazu im zweiten Teil unserer Reise durch Taiwan.

“Die Welt kennen heißt, sich selbst zu finden.“

Indianische Weisheit

Training 🏋🏻‍♀️

Teil 2: Lihpao Land

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