2.1 Griechenland – Zeus zu Füßen
15.07.2026 · Griechenland
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- Animal Welfare Association Kalambaka "I Stegi" · Verein +30 6980907229 · Website
2.1.1. Canyoning, Waldbaden und Eisschwimmen
Montag, 13.06.2026
Wieder einmal ein klingelnder Wecker, bzw. Papa im Urlaub. Nicht ganz so früh, wie gestern aber immer noch vor dem Aufstehen, starten wir gut versorgt von Gastgeberin Stella ins nächste Abenteuer. Auch dieses haben wir, genau wie das Tauchen im Ohridsee, schon von Zuhause aus gebucht. Mit dem Mietwagen fahren wir zum vereinbarten Treffpunkt, dessen Standort uns unser Guide Nathan im Voraus geschickt hatte.
Dort werden wir herzlich begrüßt. Nathan verbreitet vom ersten Moment an gute Laune und an seiner Seite steht die eigentliche Attraktion des Morgens: die zuckersüße Riesenhündin Nala, die sich sofort auf den Rücken wirft und die ihr zustehenden Streicheleinheiten einsammelt. Gemeinsam mit einem Ehepaar aus Texas und zwei sehr netten Herren aus Deutschland bilden wir unser kleines Abenteuer-Team des Tages – für den Anfang.
Nachdem das Gepäck verstaut ist, steigen wir in Nathans Kleinbus. Kaum lassen wir die letzten Häuser hinter uns, verlassen wir die Straße und rumpeln auf holprigen Pisten weiter. Die Räder wirbeln den Staub der unbefestigten Straße mächtig auf und die Welt hinter uns versinkt in rotbraunem Nebel. Immer weiter geht es die Serpentinen hinauf in das höchste Gebirge von Griechenland. Felswände, Schluchten und zwischendrin immer wieder faszinierende Ausblicke bin hinunter auf‘s Meer, welches sich von hier aus gesehen fließend mit dem Horizont verbindet.
Nathan hält an, wir sind da. Kaum steigen wir aus, hören wir auch schon das Wasser über die nahen Kaskaden rauschen. Die Luft flimmert in der Hitze. Vögel zwitschern, Zikaden zirpen. Laut schallt deren Ruf hier draußen über die Heimat der zwölf Götter der griechischen Mythologie.
Jetzt geht es zur Einweisung. Die wichtigsten Grundvoraussetzungen werden abgefragt.
- Sichere Schwimmkenntnisse (alle, außer die Dame aus Texas)
- Geeignete körperliche Fitness um 20 min auf teils unbefestigten Pfaden den Berg hinauf zu steigen (alle ja, außer die Dame aus Texas, die schon beim Aussteigen aus dem Bus von ihrem Mann unterstützt wurde)
- Bereitschaft zum abseilen
- Bereitschaft, Wasserfälle hinunter zu rutschen
- Bereitschaft, von Klippen zu springen
Team Texas ist raus. Weinend sitzt sie im Auto, nachdem Nathan erklärt hat, dass es ohne Schwimmkenntnisse nicht funktioniert.
Nathan breitet eine Plane aus und fängt an, das Equipment zu verteilen. Yuna hat eigene Neoprenschuhe dabei, da er unter Größe 36 nichts Passenden anbieten konnte. Schuhgröße, Gewicht und Kleidergröße hatte Nathan vorsorglich gestern Abend schon erfragt. Wir steigen also in die Neoprenanzüge, streifen Socken über, darüber ein paar Kletterschuhe und huschen kurz zum Ende des Canyons, um alle Klamotten schön einzuweichen. Der erste Kontakt zum 12 Grad kalten Wasser war hergestellt und als sehr angenehm eingestuft. Auch die beiden Texaner kamen mit, wollen sie hier an dem türkisfarben Becken doch die Zeit verbringen, die ihnen jetzt außerplanmäßig zur Verfügung steht. Auf dem Weg über die Felsen wurde die Dame, deutlich jünger als ich , wieder von ihrem älteren Mann unterstützt. Wie naiv kann man sein, mit einem Fitnesslevel von Null beim Canyoning mitmachen zu wollen? Unglaublich 🙈

Zurück am Bus legen wir unser Gurtzeug an und wählen passende Helme. Der Aufstieg beginnt.
Nicht besonders anstrengend, dafür mit tollem Weitblick geht es erst einen schmalen sonnigen Pfad hinauf, dann durch schattige Wälder bis zum Einstieg in die Schlucht. Im dicken Neoprenanzug muss keiner Angst haben, auf dem kleinen Marsch bei sommerlichen 35 Grad zu erfrieren.

Jetzt nur noch ein kurzes Briefing, was die Handzeichen betrifft und der Ratschlag, nicht zu viel des sehr sauberen Wassers zu trinken, weil man sich erst an den hohen Mineralstoffgehalt gewöhnen muss. Nathan bietet Yuna an, sie über die größten Schwimmstellen zu tragen, damit sie an den coolsten Passagen noch schön warm ist, was sie dankend annimmt. Ein letzter prüfender Blick in die Runde, die Neoprenanzüge schließen, Gurtzeug straff ziehen, Helme auf. Los geht’s!
Und wie es los geht! Wir klettern über Felsen, schlittern über natürliche Felsrutschen, springen von Klippen in tiefe Gumpen, seilen uns ab und das ganze wieder von vorne. Zwischendrin schwimmen wir in den klaren Becken. Selbst Yuna findet das 12 Grad kalte Wasser nur halb so schlimm, wie die 24 Grad im Ohridsee, wo sie trotz Neopren schnell ins Frieren kam. Hier überwiegt ganz offensichtlich der Spaß.


Unten angekommen sind wir uns einig: das soll nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir das Abenteuer Canyoning wagen 🤩
Nathan hat uns mit seiner charmant witzigen Art und seinem Know How einen wunderbaren Tag in der Orlias Schlucht beschert. Auch die beiden Herren, die sich gleichermaßen rührend um Yuna gekümmert haben, waren super Partner und reden gerade darüber, dass sie ein Kind adoptieren sollten 🫶🏼
Danke euch allen, dass ihr seid, wie ihr seid!
2.1.2 Waterfall Hiking
Im Anschluss fahren zu den in der Nähe des Örtchens Dion gelegenen Kaskaden im Orlias Bach. Vom Parkplatz, an dem in den Sommermonaten auch ein Imbiss mit kühlen Getränken, Hot Dogs und veganen Alternativen zu finden ist, sind wir in nur fünf Minuten am Ziel und genießen die Schönheit der verschiedenen glasklaren Naturbecken, die sich wunderbar zum Schwimmen und Springen eignen. Die Temperatur ist mit derzeit 12 – 15 Grad wärmer, als weiter oben an den Red Rock Wasserfällen und bei 35 Grad Außentemperatur sehr zu empfehlen.

Ihr habt noch nicht genug? Von mir aus! Dann weiter bis zum Parkplatz vom Kloster Agios Dionysios. Kurz schauen wir in den Hof des Kloster, fühlen uns aber recht „underdressed“, auch wenn am Eingang Kleidung für Leute wie uns bereit hängt. Wir schießen nur schnell ein Foto und fragen nach dem Weg zum Enipeas Wasserfall.

Auch, wenn man uns dringend rät, Schuhe zu tragen, festes Profil blablabla… machen wir uns wie so oft, barfuß auf den Weg. Zumindest Yuna und ich. Das erste Stück geht etwas steiler nach unten, dann folgt man dem Pfad nach links und läuft bequem bis man den Wasserfall erreicht. Wir treffen eine Familie an, die sich jedoch schon bald auf den Heimweg macht. Reines, klares Schmelz- und Quellwasser, 8 Grad kühl, inmitten schattiger Wälder und vor steil aufragenden Felswänden und wir sind allein. Ich lasse mich nicht zweimal bitten. „Naggisch“ gemacht und ab in die Fluten.

Das stimmt Zeus gnädig und wir dürfen heute ohne Blitz und Donner das wohlverdiente Abendessen im, eigentlich für gestern geplanten Restaurant Meze Meze genießen 😇

Kurz schauen wir nach dem Essen noch im gegenüberliegenden Louna Park vorbei, der heute gut besucht ist, wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier.
Dienstag, 14.07.2026
Erstmal machen wir heute NICHTS. Auch, wenn es sich falsch anfühlt, wir lassen den Vormittag verstreichen, damit Yuna ein wenig zur Ruhe kommt. Die letzten Tage waren doch recht anstrengend.

Aber am Mittag halten wir es nicht mehr aus. Genug gefaulenzt, ab in die Berge. Wir fahren zum gleichen Parkplatz, wie auch gestern, als wir bei den Orlias Kaskaden waren. Nur nehmen wir heute nicht den kurzen Weg zu den Kaskaden, sondern den Weg nach oben. Auch zum Orlis Fluss gehörend, ist der Red Rock Wasserfall ca. eine Stunde bergauf über steiniges Terrain erreichbar. Wir klettern und schwitzen, stolpern und stöhnen unserer ziemlich zügig vorauseilenden und augenscheinlich bestens erholten Tochter hinterher und sind uns sicher, hier oben nicht auf viele Freiwille zu treffen. Doch als sich der Blick zum Wasserfall öffnet, sehen wir uns einer ganzen Wagenladung voller Menschen gegenüber. Wo auch immer all die Leute herkommen, so gut, wie einige von ihnen zu Fuß sind, muss hier irgendwo ein Bus stehen 🫣

Nichtsdestotrotz, der Wasserfall ist wieder einmal ein Traum. Und einen Bären in Form eines stark behaarten Männerrückens haben wir nun auch endlich gesehen. Wir erfrischen uns kurz, gucken noch ein wenig auf mollige Pöpse und drehen dann um. Auf dem Weg nach oben haben wir einige tolle Stellen gesehen, die von Menschenmassen ignoriert wurden. So einen ruhigen Platz beanspruchen wir nun für uns, beobachten Frösche, baden im kalten Wasser und sonnen uns auf warmen Steinen. Herrlich!

Gut gelaunt und erfrischt hüpfen wir barfuß den steinigen Weg nach unten zum Auto. Nicht ohne ungläubige Blicke in Richtung unserer Füße zu ernten. Ja, wir wissen Bescheid, nur mit festem Schuhwerk und teuren Sohlen zu begehen. Alles klar! Check.
Achtung! Für ungeübte Sohlen würde ich tatsächlich auch wirklich davon abraten, barfuß ins Gebirge zu wandern. Wir haben einige Jahre hartes Training hinter uns und können nahezu schmerzfrei auf spitzen Steinen laufen und Felsen entlang klettern! Wenn ihr den ersten 50km Marsch ohne Schuhe und blasenfrei geknackt habt, seid ihr im Rennen. Wir freuen uns auf eure Gesellschaft.
🫶🏼

Den Rest des Nachmittages vertrödel ich mit Yuna zusammen. Papa hat zu tun, wir immer im Urlaub. ☺️
Außer Abendessen passiert heute auch nicht mehr viel. Als Papa zurück ist, haben wir es nach 18Uhr und so langsam knurren die Mägen. Restaurant Hairi – Supermarkt – noch eine Flasche Retsina „zuhause“ im Hof – und Gute Nacht 🌙
Morgen geht es für eine Nacht nach Meteora. Die Sonnenauf- und Untergänge sollen sagenhaft sein!