1.2 Nordmazedonien – Rund um Ohrid
09.07.2026 · Griechenland
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- Animal Welfare Association Kalambaka "I Stegi" · Verein +30 6980907229 · Website
1.2.1 Ohridsee
Unterkunft: 4 Nächte im Chateau Orman
Montag, 06.07.2026
Der Ohridsee, eingebettet in sanft bewaldete Hügel, ist tatsächlich ein traumhafter Anblick. Wir erreichen ihn genau zum Sonnenuntergang und genießen unser Abendessen direkt am Ufer. Im Restaurant The Lion werden wir vorzüglich bedient und lassen den Tag in entspannter Atmosphäre ausklingen.

Unsere Unterkunft, das Chateau Orman, ein Agriturismo etwas abseits des Sees, ist ebenfalls wunderschön. Wohin man auch schaut, wachsen Früchte und Gemüse: Kirschen, Himbeeren, Äpfel, Quitten, Johannisbeeren, Gurken und natürlich die berühmte Ohrid-Tomate, die angeblich nur hier so schmeckt, wie sie schmecken soll. Verantwortlich dafür ist das einzigartige Mikroklima der Region. Die Gastgeber erzählen uns, dass Gäste aus aller Welt bereits Saatgut mit nach Hause genommen haben. Doch die Einheimischen sind der Überzeugung, nirgendwo sonst entwickelten die Pflanzen auch nur annähernd das Aroma, welches der Ohrid-Tomate hier ihren besonderen Ruf eingebracht hat.

Als ich am Abend zum Meditieren nach draußen gehe, treffe ich auf unsere Gastgeber. Spontan darf ich seinen selbstgemachten Rakija probieren. Dunkel in der Farbe und mit einem angenehm milden, fast an Whisky erinnernden Aroma unterscheidet er sich deutlich von den Rakija-Sorten, die wir bisher in anderen Balkanländern kennengelernt haben.
Wir schlafen wunderbar in dieser friedlichen Idylle und werden am nächsten Morgen mit einem herrlichen Frühstück verwöhnt. Mit viel Liebe zubereitet stehen zahlreiche frische und hausgemachte Köstlichkeiten auf dem Tisch. Yuna ist sofort von den Babykatzen auf dem Hof begeistert und auch ich schließe schon bald Bekanntschaft mit einigen ausgesprochen zutraulichen tierischen Bewohnern.

Unser heutiges Ziel ist das Kloster Sveti Naum, das vom Chateau Orman aus in etwa fünfzig Minuten mit dem Mietwagen erreichbar ist. Für den Parkplatz wird eine kleine Gebühr fällig, der Eintritt zum Klostergelände selbst ist jedoch kostenlos.
Das im 10. Jahrhundert gegründete Kloster gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Nordmazedoniens. Hoch über dem Ufer gelegen, bietet es einen herrlichen Blick auf den Ohridsee. Zwischen den alten Mauern soll eine angenehme Ruhe herrschen – für heute gilt das nicht, da sich hier zu viele Besucher aufhalten. Pfauen spazieren frei über das Gelände und verleihen dem Ort die Atmosphäre eines Films aus längst vergangenen Zeiten.

Rund um das Kloster laden mehrere kleine Buchten zum Baden ein. Das Wasser ist glasklar, aufgrund der zahlreichen Quellzuflüsse aber selbst im Sommer erstaunlich kühl.
Nach unserem Rundgang gönnen wir uns ein Eis und setzen uns auf eine der Bänke, die mitten im flachen Wasser stehen. Während wir unser Eis genießen, baumeln unsere Füße im kristallklaren See. Viel idyllischer lässt sich eine Pause kaum verbringen.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, so wie wir, sollte sich unbedingt eine Bootstour auf den Quellflüssen des Ohridsees gönnen. Lautlos gleiten wir mit dem kleinen Ruderboot durch das smaragdgrüne Wasser, vorbei an üppiger Vegetation und den zahlreichen Quellen, die den Ohridsee mit frischem Wasser speisen. Durch die außergewöhnliche Klarheit des Wassers kann man bis auf den Grund blicken und das Gefühl genießen, übet einem versunkenen Garten zu schweben. Die ruhige Fahrt bildet einen wunderbaren Kontrast zum lebhaften Treiben rund um das Kloster.

Nach unserem Besuch am Kloster Sveti Naum fahren wir weiter in das kleine Fischerdorf Trpejca, das nicht ohne Grund auch als „das St. Tropez Mazedoniens“ bezeichnet wird. Der Ort schmiegt sich malerisch an den Hang des Galičica–Gebirges und begeistert mit seinen schmalen Gassen, den traditionellen Steinhäusern und dem glasklaren Wasser des Ohridsees. Fast wären wir wieder weggefahren, so kreuz und quer zugeparkt ist die schmale steile Straße, die nach unten zum Ufer führt. Doch wir parken ganz oben an der Hauptstraße und schlendern bzw. rollen den Hang hinunter. Dort, wo es laut ist, wollen wir nicht bleiben und so folgen wir einem kleinen Pfad in Richtung des markanten Felsens, der weit aus dem Wasser ragt. Schon der Spaziergang dorthin ist wunderschön. Das Wasser schimmert in unzähligen Blau- und Grüntönen und ist so klar, dass jeder Fisch, jeder Frosch und jede Wasserschlange bis zu den Steinen auf dem Grund sichtbar bleibt. Immer wieder bleiben wir stehen, um den Blick über den See schweifen zu lassen. Leider ist an den meisten Stellen kein Zugang möglich, da private Grundstücke bis ans Ufer führen. Doch schließlich entdecken wir eine kleine, nahezu perfekte Badestelle. Fernab vom Trubel können wir in aller Ruhe ins Wasser gehen. Die Temperatur ist genau richtig: angenehm erfrischend, aber längst nicht so kalt wie an den Quellflüssen von Sveti Naum.

Kaum stehen wir im Wasser, umschwärmen uns unzählige kleine und größere Fische. Sie lassen sich von uns überhaupt nicht stören und ziehen neugierig ihre Kreise um unsere Beine. Durch das kristallklare Wasser lassen sie sich hervorragend beobachten, fast als stünden wir in einem Aquarium. Der mitgebrachte Schnorchel ist überflüssig.
Zwischendurch entdecken wir sogar mehrere Wasserschlangen. Für einen kurzen Moment erschrecken wir uns, doch schnell wird klar, dass sie viel mehr Interesse daran haben, ihren eigenen Weg fortzusetzen, als sich um uns zu kümmern. Ruhig gleiten sie durch das Wasser oder jagen zwischen den Steinen im flachen Wasser. Ein faszinierender Anblick, der zeigt, wie ursprünglich und lebendig dieses Ökosystem noch ist.

Wir verbringen einige Zeit mit Schwimmen, Schnorcheln und einfach nur relaxen. Das klare Wasser, die umliegenden Berge und die friedliche Atmosphäre machen diesen Platz zu einem Wohlfühlort, wie er schöner kaum sein könnte.

Am Abend fahren wir nach Ohrid zurück und schlendern durch die verwinkelten Gassen der Altstadt. Zwischen den historischen Häusern, kleinen Geschäften und gemütlichen Plätzen kann man getrost die Zeit verlieren. Überall sitzen Menschen in den Straßencafés, Straßenmusiker sorgen für Stimmung und die untergehende Sonne taucht die alten Steinmauern in ein warmes Licht.
Zum Abendessen entscheiden wir uns für das Restaurant Cosa Nostra. Auf ein frisch gezapftes Fassbier müssen wir zwar verzichten, doch das Essen ist hervorragend, die Zutaten frisch und die Portionen großzügig. Manchmal gewinnt eben die Küche gegen den Zapfhahn, auch wenn wir das erste Restaurant des fehlenden Fasses wegen wieder verlassen haben. Der Hunger siegt am Ende dann doch.

Zurück in unserer Unterkunft dauert es nicht lange, bis uns die vielen Eindrücke und die frische Seeluft einholen. Wir fallen müde ins Bett und schlafen früh ein, denn auch der nächste Tag hält wieder neue Abenteuer bereit.
Auf dem Rückweg zum Auto kommen wir noch am antiken Amphitheater von Ohrid vorbei. Zwischen den jahrhundertealten Steinreihen jagt ein Hund einer Katze nach, kurz nachdem er einen recht neu aussehenden Schuh herbeigetragen hat, der nun der alleinige Star in der Arena ist. Kaum vorstellbar, dass hier schon vor rund zweitausend Jahren Aufführungen stattfanden und auch heute noch Konzerte und Veranstaltungen vor historischer Kulisse veranstaltet werden.

Dienstag, 07.07.2026
Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage lassen wir es heute bewusst ruhiger angehen. Ohne festen Zeitplan schlendern wir durch die Altstadt von Ohrid in Richtung der „Kirche des heiligen Johann von Kaneo“.

Der schmale Uferweg führt direkt an den Klippen entlang und eröffnet einmal wieder fantastische Ausblicke auf den Ohridsee. Das glasklare Wasser schimmert in den unterschiedlichsten Blau- und Grüntönen, während sich die bewaldeten Berge auf der gegenüberliegenden Seite im See spiegeln. Immer wieder passieren wir kleine Badebuchten und gepflegte Strandabschnitte mit Liegen und Sonnenschirmen, die uns aber zu voll sind. Unser Anliegen: Ruhe. Also gehen wir weiter, passieren die Kirche des heiligen Johann von Kaneo und erreichen einige Zeit später tatsächlich eine ruhige Badestelle. Das Wasser ist hier etwas kühler als an unserem Lieblingsplatz bei Trpejca und erreicht auch nicht dessen fast karibische Farbintensität. Trotzdem lässt es sich herrlich schwimmen. Das klare Wasser, die Felsen rundherum und die entspannte Atmosphäre machen auch diesen Ort zu einem wunderbaren Platz, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen.

Auch unsere Tochter ist begeistert, lassen sich die vielen Frösche hier doch nicht nur beobachten, sondern hüpfen sogar fröhlich auf dem Handtuch, ja sogar auf Mama rum.

Heute gönnen wir uns sogar eine Pause in unserem Zimmer, bevor wir mit Runa, der zuckersüßen Hüterin des „Agriturismo Chateau Orman“ einen Spaziergang unternehmen. Durch Eichenwälder voller Eichelhäher, es sei ihm gedankt, „vielleicht bracht er die Eicheln her“ hindurch, bis wir eine herrliche Sicht auf unsere Unterkunft haben.


Es fängt an zu regnen und die Mücken machen uns das Leben zunehmend ungemütlich. Also ab zurück zum Zimmer, wo Yuna auf uns wartet – oder auch nicht, sie hat ja ihr Handy – umziehen und ab zum Abendessen.
Den Abschluss des Tages bildet ein Besuch im Restaurant Ana Maria. Es ist herrlich gelegen, serviert Draft Bier, eine Auswahl mazedonischer Weine und sehr gutes Essen bei toller Aussicht.

Mittwoch, 08.07.2026
1.2.2 Tauchen im Ohridsee
Nachdem wir nach dem Frühstück einen Einblick in die Balaklija Destilery welche zum Chateau Orman gehört, erhalten haben, fahren wir heute zum Schnuppertauchen im Ohridsee. In Deutschland schon gebucht, freuen wir uns auf einen erlebnisreichen Tauchgang im der Bucht der Knochen.
Direkt vor unserem Zimmer liegt der halbrunde Keller der Rakija-Destillerie. Aus großen Natursteinen gebaut und mit duftendem Lavendel bepflanzt, fügt er sich harmonisch in das Gesamtbild des Agriturismo ein. Hinter der massiven Holztür empfängt uns angenehme Kühle. In großen Eichenfässern reifen die unterschiedlichsten Liköre und natürlich der goldene Rakija. Wir dürfen uns durch das Sortiment probieren: Feige, Stachelbeere, Speierling, Himbeere… für jeden Ceschmack ist etwas dabei, jede Sorte hat ihren eigenen Charakter und erzählt ein Stück der regionalen Tradition.

Gesellschaft leist uns dabei eine ausgesprochen nette Familie aus Polen, die uns bereits beim Frühstück mit drei Stücken ihres Geburtstagskuchens überrascht hat. Gemeinsam mit ihrem niedlichen kleinen Hund genießen sie ebenfalls die Verkostung.
Anschließend fahren wir mit dem Auto zum Wassermuseum an der Bucht der Knochen. Schon zwei Tage zuvor hatten wir die strohgedeckten Lehmhütten von der Straße aus im See stehen sehen, als wir auf dem Weg zum Kloster Sveti Naum waren.
Um zum Tauchplatz zu gelangen, betreten wir zunächst das Gelände des Museums. Der Eintritt kostet 150 Denar pro Person. Obwohl für Kinder 60 Denar angeschrieben sind, müssen wir für Yuna nichts bezahlen. Besonders praktisch: Die Eintrittskarte gilt auch an den folgenden Tagen, sodass Museum und Pfahlbauten später noch einmal besucht werden können.
Die rekonstruierte Pfahlbausiedlung soll an eine Siedlung aus der Bronze- und Eisenzeit erinnern, deren Überreste auf dem Grund des Ohridsees gefunden wurden. Ahnung davon habe ich nicht, deshalb kann ich solche Fakten auch schwer beurteilen. 🙈 Ihren Namen verdankt die Bucht den zahlreichen Tierknochen, die Archäologen bei den Ausgrabungen entdeckt haben. Heute verbindet das Freilichtmuseum Geschichte mit einer traumhaften Lage direkt am glasklaren See.

Im Tauchcenter bekommen wir schnell unsere Ausrüstung, und auch für Yuna ist alles in passender Größe vorhanden. Nach einer ausführlichen Einweisung steigen wir ins Wasser. Yuna taucht gemeinsam mit einem Tauchlehrer, während André und ich selbstständig unterwegs sind.

Mit dickem Neoprenanzug und kompletter Ausrüstung ins Wasser zu steigen, fühlt sich auch beim zweiten Mal noch etwas ungewohnt an. Trotzdem empfinden wir den Einstieg vom Ufer aus deutlich angenehmer, als mit Bleigewichten vom Boot direkt ins Meer zu springen.
Langsam gleiten wir unter Wasser um die Pfahlbauten. Das Wasser des Ohridsees ist außergewöhnlich klar und die Sicht entsprechend hervorragend. Auch wenn wir außer einigen kleinen Fischschwärmen und einer Wasserschlange keine spektakulären Bewohner entdecken, ist es ein faszinierendes Erlebnis, zwischen den hölzernen Pfählen zu schweben und dabei zu wissen, dass sich unter uns die Spuren einer mehrere tausend Jahre alten Siedlung befinden.

Nach dem Tauchgang meldet sich der Hunger, und so fahren wir zum Restaurant NIVICI, wo wir direkt am See zu Mittag essen.
Gesättigt suchen wir uns eine kleine, idyllische Badestelle und finden sie, etwas versteckt und deutlich ruhiger als die bekannten Strände rund um Ohrid. Das Wasser ist wieder einmal kristallklar und angenehm erfrischend. Nach dem aufregenden Vormittag genießen wir es, einfach in Ruhe zu sitzen und die entspannte Atmosphäre auf uns wirken zu lassen.

Später kehren wir zum Chateau Orman zurück. Während die anderen sich etwas ausruhen, zieht es mich in den Garten. Zwischen den Obstbäumen und Beerensträuchern helfe ich, frische Himbeeren zu pflücken. Direkt vom Strauch in den Mund schmecken sie herrlich süß und noch warm von der Sonne besonders aromatisch. Oft sind es diese kleinen Momente inmitten einheimischer Familien, die eine Reise so besonders machen.
Am Abend fahren wir noch einmal nach Ohrid. Die Fußgängerzone ist voller Menschen, die bis in die späten Abendstunden durch die vielen kleinen Geschäfte bummeln oder sich ihr Abendessen an den Tischen der zahlreichen Restaurants im Freien schmecken lassen. Überall herrscht eine lebhafte Atmosphäre. Wir sehen eine riesige Orientalische Platane, deren Alter auf über 1100 Jahre geschätzt wird und folgern dem Alten Basar in Richtung eines golden leuchtenden Minaretts.

Zum Abendessen kehren wir in der La Pizzeria ein. Auch wenn wir eigentlich das traditionelle Bohnengericht Tavče gravče probieren wollten, werden wir von der italienischen Küche nicht enttäuscht. Mit knuspriger Pizza, einem kühlen Getränk und dem bunten Treiben vor Augen lassen wir den Tag gemütlich ausklingen. So ein gutes Essen in lauer mediterraner Sommernacht, rundet den Tag perfekt ab.
Morgen verlassen wir Ohrid und bewegen uns zurück in Richtung Skopje. Wohin genau uns die Abenteuerlust führt, erfahrt ihr im dritten Teil…