Balkan 2026 · Etappe 7 von 7

2.3 Griechenland – Chalkidiki

20.07.2026 · Griechenland

2.3  Griechenland – Chalkidiki
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ZYMI Pizza · Kriopighi

STOU TANASI · Kalanda


Freitag, 17.07.2016

Gestern Abend haben wir im Mili Resort eingecheckt. Ein idyllisch gelegenes Zeltcamp, fernab der großen Hotelanlagen. Selbst mitten in den Sommerferien finden wir hier unsere ganz persönliche Wohlfühloase, eingebettet in die Natur. Das kleine Resort liegt unweit des Örtchens Polychrono, sodass man mit dem Auto in wenigen Minuten am Meer ist.

Schon auf der Anfahrt werden wir von vier aufmerksamen Hunden begrüßt. Einer von ihnen begleitet uns sogar bis auf das Gelände. Unterhalb unserer Terrasse grasen Schafe auf einer Wiese, ihre Glocken läuten sanft bis zu uns herauf. Dorthin gehören also auch die Hunde. Einen Schäfer können wir allerdings weit und breit nicht entdecken. Dasselbe ist uns bereits in Nordmazedonien aufgefallen. Dort kam uns eine Schafherde auf der Straße entgegen, begleitet ausschließlich von mehreren Hunden. Offenbar erledigen die ihre Aufgabe hier so zuverlässig, dass man ihnen vollstes Vertrauen schenkt. Überhaupt liefen dort überall Hunde frei durch die Straßen. Anders als bei uns, schien sich niemand an der Anwesenheit dieser sanften Riesen zu stören. Genauso wenig wie an den vier tiefenentspannten Herdenschutzhunden, die uns soeben hier auf Chalkidiki begrüßt haben.

Ein lauer Sommerabend im Mili Resort

Heute Morgen fährt André zum Bäcker, während Yuna noch ein wenig weiterschläft. Kaffee gibt es glücklicherweise direkt vor Ort. Gut gestärkt machen wir uns anschließend auf die Suche nach einem einsamen Strand und werden an der Ostküste fündig.

Einsamer Strandabschnitt.

Die großen, runden Kieselsteine machen das Laufen zwar etwas zur Herausforderung und laden nicht gerade zu stundenlangen Strandspaziergängen ein, doch unter einem umgestürzten Baum finden wir ein herrlich schattiges Plätzchen und die direkt vorgelagerten Felsen erweisen sich außerdem noch als wirklich hübsches Schnorchelrevier. Farbenfrohe Korallen sucht man hier zwar vergeblich, dafür leuchtet das Meer in den schönsten Blau- und Türkistönen. Zwischen den Felsen tummeln sich unzählige kleine, teils bunte Fische, die neugierig um uns herumschwimmen. 

Yuna ist heute allerdings ziemlich erschöpft und nicht besonders gut drauf. Also fahren wir zurück zur Unterkunft. Bereits im Auto schläft sie tief und fest ein. Als wir ankommen, ist sie wie ausgewechselt. Plötzlich sprüht sie wieder vor Energie und verbringt den restlichen Nachmittag mit uns am und natürlich vor allem im Pool. Stundenlang spielen wir einfach nur im Wasser.

Ich hingegen ertappe mich ständig bei dem Gedanken: „Hilfe… wir haben heute noch gar nichts gemacht. Verschenkte Zeit!“ 🙈

Mili Resort – Pool

Unglaublich, aber wahr: Es gibt tatsächlich Menschen, die fliegen ans andere Ende der Welt, nur um dort… nichts zu machen. 😱 Eine Pauschalreise mit Flughafentransfer, Hotelanlage und Pool, ohne auch nur einen Blick auf das eigentliche Land zu werfen, fühlt sich für uns eher wie eine Dienstreise an. Das Reiseziel würde bei uns wohl anschließend in so einem unwahrscheinlichen Fall NICHT stolz auf der Liste der bereisten Länder erscheinen. Denn man bewegt sich doch irgendwie nur im touristischen Transitbereich. Aber jeder Urlaub ist eben so individuell wie die Menschen selbst. Uns wir haben eben Hummeln im Hintern, weil wir in dieser kurzen Zeit einfach nichts verpassen wollen.

Also machen wir uns am Abend noch einmal auf die Socken. Nicht nur, um etwas zu essen, sondern auch, um das bunte Treiben am Strand von Polychrono zu beobachten, während langsam die Sonne tiefer sinkt. Erstaunlicherweise wirkt der Strand trotz Hochsaison beinahe leer. Reihen von Sonnenliegen stehen ordentlich ausgerichtet im Sand, ein einsames Volleyballnetz wartet vergeblich auf Spieler und zwischen den runden Kieseln glitzern die letzten Sonnenstrahlen wie kleine Edelsteine, währen uns das spiegelglatte Meer warm und weich um die Beine streicht.

Polychrono‘s Partystrand am Abend.

Zum Abendessen kehren wir gemütlich in die Taverne Mezi ein und beobachten das bunte Treiben der Urlauber, während die letzten Sonnenstrahlen den Ort in goldenes Licht tauchen. Trotz Hauptsaison herrscht eine entspannte Atmosphäre im Ort.

Wie so oft in Griechenland beginnt das Essen mit einer Auswahl köstlicher Vorspeisen. Cremiges Tzatziki, knusprige Zucchinibällchen, gefüllte Weinblätter, würziger Bauernsalat, dazu warmes Pitabrot und weitere kleine Leckereien, die wir am liebsten gemeinsam vom Tisch naschen, stehen hier allabendlich auf dem Speiseplan. Anschließend genießen wir Briam, ein veganes Hauptgericht mit frischem Gemüse, aromatischen Kräutern und regionalen Zutaten. Dazu ein kaltes Fassbier – in einem befanden sich heute merkwürdigerweise Eiswürfel – und der Blick auf das langsam dunkler werdende Meer. Mehr braucht es nicht, um einen Urlaubstag perfekt ausklingen zu lassen.


Samstag, 18.07.2026

Am Samstag fahren wir in Richtung des Sani Resorts, wo an den Sommerwochenenden alljährlich das Sani Festival stattfindet. Statt zur Konzertbühne biegen wir jedoch in Richtung eines kilometerlangen Sandstrandes ab. Das Auto parken wir an den Sani Wetlands und laufen die letzten Meter durch weichen, aber auch glühend heißen Sand.

Der Strand ist wie geschaffen für Familien. Das Meer liegt spiegelglatt vor uns, die Sicht unter Wasser reicht meterweit und selbst im Stehen oder Knien kann man wunderbar schnorcheln und Fische beobachten. Sogar Yuna findet plötzlich Gefallen daran und taucht immer wieder neugierig den kleinen Schwärmen hinterher. Hinter einem kurzen Felsabschnitt, der sich problemlos überqueren lässt, erwartet uns Wasser, klar und blau wie ein Swimmingpool. Der feine Sandboden macht diesen Abschnitt perfekt, um einfach nur im Meer zu planschen oder gemütlich seine Bahnen zu ziehen.

Strandabschnitt an den Sani Wetlands

Bereits gestern hatte ich versucht, einen Reitausflug mit anschließendem Schwimmen im Meer zu buchen. Leider waren sämtliche Touren für das Wochenende bereits ausgebucht. Konstantinos war jedoch so freundlich, mir zu versprechen, sich sofort zu melden, falls jemand absagen sollte. Deshalb beschließen wir spontan, auf dem Weg bei der Horse Ranch MANIPPOS vorbeizuschauen.

Mein erster Eindruck täuscht mich nicht. Ich treffe auf unglaublich herzliche Menschen, gepflegte Pferde, die entspannt auf weitläufigen Weiden grasen, und auf Konstantinos, der sich mit spürbarer Hingabe um seine Tiere kümmert. Die Ausritte finden ausschließlich früh am Morgen oder am Abend statt. Während der Mittagshitze dürfen die Pferde einfach Pferde sein und sich ausruhen. Allein diese Einstellung macht den Hof für mich besonders sympathisch. Auch wenn ich diesmal nicht selbst in den Sattel steige, kann ich diesen Ort jedem Pferdefreund wärmstens empfehlen.

Zum Abendessen gibt es diesmal leckere Pizza in der ZYMI Pizzeria, nur ein paar Häuser von unserer gestrigen Taverne entfernt.


Sonntag, 19.07.2026

Der Vormittag verläuft ganz entspannt. Gegen Mittag besuchen wir den kleinen Schildkrötenteich unweit unserer Unterkunft. Zwischen dichtem Schilf liegt der trübe Tümpel fast versteckt inmitten der Natur. Wir beobachten mehrere Europäische Sumpfschildkröten, die regungslos auf Ästen in der Sonne liegen oder gemächlich durchs Wasser gleiten. Nur hin und wieder verschwindet eine mit einem leisen Plopp unter der Oberfläche, sobald sie sich beobachtet fühlt. Ein stiller, unscheinbarer Ort, der zeigt, dass die schönsten Naturerlebnisse oft ganz ohne spektakuläre Kulisse auskommen.

Direkt im Anschluss fahren wir zu einem angeblichen Top-Spot zum Schnorcheln. Porto Valitsa soll für seine Posidonia-Seegraswiesen bekannt sein, zwischen denen man bunte Seesterne entdecken kann. Unsere Erwartungen werden allerdings nicht erfüllt. Statt einer beeindruckenden Unterwasserwelt begrüßen uns angeschwemmter Müll am Ufer, viele Besucher und nur wenige Fische. Sicher kein schlechter Badeplatz, aber eben auch keiner, für den wir eine längere Anfahrt empfehlen würden.

Also geht es weiter zum Paragga Beach. Umgeben von duftenden Pinienwäldern, in denen zwar zahlreiche Menschen campen, man aber dennoch problemlos ein ruhiges Schattenplätzchen findet, verbringen wir die letzten Stunden am Meer. Das Wasser schimmert in karibischen Blau- und Türkistönen. Ein bisschen schnorcheln, ein bisschen planschen, ein bisschen Wein trinken. So vergeht auch der letzte Strandtag unseres Urlaubs ganz ohne Rekorde oder Höchstleistungen.

Paragga Beach

Zurück im Camp packen wir unsere Koffer, bevor wir ein letztes Mal losfahren. Unser Ziel: das Possidi Cape. Gemächlich spazieren wir über die schmale Landzunge, an der Ägäis und Thermaischer Golf aufeinandertreffen. Der Wind streicht sanft über den Sand und das Meer zeigt sich noch einmal von seiner schönsten Seite.

„En Garde“
Possidi Cape

Als die Sonne schließlich feuerrot am Horizont versinkt, werfe ich mein Kleid kurzerhand in den Sand und schwimme nackt dem Sonnenuntergang entgegen. Für einen Moment scheint die Welt vollkommen stillzustehen. Ein schöneres Ende hätte diese Reise kaum finden können. 😍

Der Sonne entgegen.

Montag, 20.07.2026

So schnell, wie der traumhafte Sommer im Süden Europas gekommen ist, ist er auch schon wieder vorbei. Nach einem letzten Abendessen in der idyllischen Taverne Stou Tanasi, zwischen Springbrunnen und schattenspendenden Bäumen, fallen wir erschöpft ins Bett. Dank einiger ausgesprochen hartnäckiger Moskitos und der daraus resultierenden nächtlichen Unruhe, zumindest auf Andrés Seite des Bettes, treten wir unausgeschlafen und mit dem Gefühl, eigentlich dringend noch Urlaub zu brauchen, die Heimreise an.

Die Fahrt zum Flughafen inklusive Rückgabe des Mietwagens verläuft völlig problemlos. Fast hätten wir den Flug am Ende trotzdem noch verpasst. Statt aufmerksam auf die Uhr zu schauen, vertrödeln wir die Zeit schreibend zwei Gates weiter. Die Schlange vor dem „falschen“ Gate war noch lang und wir fühlten uns in jugendlichem Leichtsinn auf der sicheren Seite. Erst die Durchsage „Gate is closing“ holt uns schlagartig zurück in die Realität. Also schnappen wir unser Gepäck und sprinten los.

Ta léme, schönes Griechenland. Bis zum nächsten Mal.

Flughafen Thessaloniki
Deutschland hat uns wieder

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