2 Nordmazedonien und Griechenland – Zugvögel
13.07.2026 · Griechenland
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- Animal Welfare Association Kalambaka "I Stegi" · Verein +30 6980907229 · Website
Samstag, 11.07.2026
Guten Morgen! 5:30Uhr klingelt der Wecker – im Urlaub – genau mein Humor 🙈
Aber als wir die Vorhänge zur Seite schieben, blinzelt die Sonne jedoch schon mit einem Auge über die Berge. Fix Zähne putzen und dann sitzen wir auch schon im Auto. Der angenehm temperierte Mavrovo Stausee, den wir zum Abschied noch einmal passieren, liegt weich unter einer Decke aus Wasserdampf. Die Nächte hier im den Bergen sind kühl. Auch jetzt sind es gerade einmal sieben, fast schon frostig wirkende Grad. Uns zieht es nach Süden. Ab nach Griechenland!
Morgendunst über dem See
Monika, die Tochter von Suzanna hat uns gestern Abend noch schnell ein paar Sandwiches vorbereitet, die wir auf dem Weg nach Skopje verdrücken. Es wird schnell wärmer und als wir die kurvigen Bergstraße verlassen, ist schon nichts mehr von der nächtlichen Kälte zu spüren.
Störche! Tatsächlich sitzen in einem der Orte plötzlich überall Störche. Sie haben ihre Nester auf den Pfosten der großen Stromleitungen gebaut, auf Schornsteinen und sogar auf einer Ampel entdecken wir ein Nest. Wie zur Dekoration aufgereiht, thronen sie entlang der Straße. Was für ein Anblick! Selbst entlang der Autobahn sehen wir vereinzelt bewohnte Riesennester.
Störche beim Nestbau
Vier Mautstellen später, an denen wir zwischen 30 und 60 Denar zahlen, sind wir zurück in Skopje. André setzt mich mit Yuna und unserem Gepäck an der Bushaltestelle ab und fährt weiter zur Mietwagen Station, wo er unser Auto einfach auf dem Parkplatz abstellen soll, schnappt sich einen E-Scooter und düst damit zu uns zurück.
Mazedonische Denar
Pünktlich zur Abfahrt 8:30Uhr sitzen wir im Bus und sind jetzt schon gespannt darauf, wie der Ablauf an der Grenze sein wird.
Circa eine Stunde verbringen wir mit der Ausreise aus Nordmazedonien und der Einreise in die EU. Während die Zollstelle für die Ausreise schnell abgefertigt ist, stehen wir dann eine ganze Zeit in der Schlange am Einreiseschalter. Während der Prozedur müssen wir den Bus allerdings nicht verlassen. Der Fahrer sammelt die Pässe aller Gäste ein und zeigt sie beim Zoll vor. Dann teilt er sie wieder aus, um sie zehn Minuten später erneut einzusammeln. Gut, dass er kurz vor der Grenze eine Pipipause an der Tanke eingeplant hatte. 😅
Etwas verspätet erreichen wir unser Ziel. Da wir das Hotel Nea Metropolis in Thessaloniki eh erst 15Uhr beziehen dürfen, passt das aber perfekt. Kurz vor drei stehen wir nach drei Stationen mit dem Stadtbus Linie 10 an der Rezeption und erbitten Einlass.
Hotel Nea Metropolis
Erstmal duschen!
Zu Fuß machen wir uns auf den Weg in Richtung Hafen. Zwischen kleinen Läden, traditionellen Bäckereien, in denen die leckersten Törtchen in glänzenden Farben leuchten, und alten Wohnhäusern wechseln sich moderne Cafés mit urigen Tavernen ab. Immer wieder entdecken wir bunte Graffiti und beeindruckende Street-Art-Kunstwerke, die ganze Hausfassaden bedecken. Sie setzen farbenfrohe Akzente zwischen den oft stark verwitterten Gebäuden. Zwischen modernen Geschäften stehen verfallene Fassaden, oft unbewohnt, und gerade deshalb verleihen sie der Stadt eine wunderbar unperfekte Perfektion.
Schon nach den ersten Metern wird klar, dass Thessaloniki lebt, auch wenn viele Häuser dies nicht mehr tun. Die Straßen sind mir nach der Ruhe der vergangenen Tage fast schon zu lebendig, zu chaotisch. Autos hupen, Menschen schimpfen … Ich bin von der plötzlichen Hektik überfordert.
Je näher wir dem Zentrum kommen, desto alternativer wirkt das Viertel. Junge Menschen sitzen vor kleinen Bars, Künstler verkaufen ihre Werke und aus offenen Fenstern erklingt Musik. Thessaloniki wirkt kreativ, authentisch und angenehm bodenständig. Die Stadt zeigt sich mit all ihren Ecken und Kanten.
Thessalonikis charmante Seite
Schließlich öffnet sich der Blick auf ein Piratenschiff, das gemächlich vor der Uferpromenade schaukelt. Nach den engen Straßen fühlt sich die Weite am Thermaischen Golf beinahe befreiend an. Spaziergänger, Radfahrer und Jogger teilen sich die breite Promenade, während unzählige Menschen in den zahlreichen Cafés und Restaurants verweilen. Beim Blick über das glitzernde Wasser können wir schon das Olymp-Massiv sehen, das uns morgen erwartet. Juhu, ein Wasserspiel! Bevor wir uns versehen, sind wir pitschnass. Yuna juchzt vor Freude und auch Mama und Papa lassen sich nicht zweimal bitten.
Wasserspielspaß 😎
Als André vorhin sagte, hier sähe es doch gemütlich aus, hielt ich das angesichts der vielen Menschen für Ironie. Hier auf dem mit Tischen und Stühlen zugestellten Platz mitten im Getümmel zu essen, erschien mir eher absurd – aber es war wohl sein Ernst. So kann man sich täuschen. Längst habe ich es aufgegeben, mich auf dieser Reise vegan ernähren zu wollen. Die unglaubliche Masse an Fleischgerichten haut mich trotzdem auch hier wieder komplett vom Hocker. Während auf der einen Seite völlig unbekümmert geschlemmt wird, geht auf der anderen Seite die Welt unter. Der Beweis: Löschflugzeuge, die sich wiederholt zum Meer hinunterbewegen, um Wasser aufzunehmen, damit sich die umliegenden Waldbrände nicht weiter ausdehnen.
Nach dem Essen schlendern wir die Strandpromenade entlang und beobachten das geschäftige Treiben. Aber nicht lange. Kaputt von einem langen Tag im Bus reizt mich mein Bett mehr, auch Yuna ist platt, und so nehmen wir uns zwei E-Scooter, weichen einigen Menschen aus, die sich auf dem Radweg tummeln, einigen nur fast, und rollen auf kürzestem Weg zurück zum Hotel.
Party Piratenschiff
Sonntag, 12.07.2026
Papa frühstückt heute besonders früh, damit er sich auf den Weg zum Mietwagenverleih am Flughafen machen kann. Yuna und ich packen in der Zwischenzeit unsere Sachen, frühstücken ganz in Ruhe und pünktlich, kurz bevor wir das Zimmer um 11 Uhr verlassen müssen, rollt unser neuer Flitzer vor.
Die heutige Etappe ist nicht lang. Schon nach gut einer Stunde erreichen wir Litochoro, den malerischen Ort zu Füßen des Olymp. Auch wenn die Berge auf den ersten Blick gar nicht so hoch erscheinen, entfaltet das mächtige Massiv schnell seine beeindruckende Wirkung. Unsere wunderschöne, rustikale Unterkunft Mythic Valley dürfen wir erfreulicherweise schon deutlich vor der offiziellen Check-in-Zeit beziehen.
Mythic Valley
Stella, die nette Wirtin, gab uns ihren Umbrella für den Strand und erklärte sich bereit, unsere knittrigen Klamotten durch die Waschmaschine zu jagen. Am empfohlenen Sandstrand mit Beachbar angekommen stellen wir fest, es ist Sonntag Hunderte Autos reihen sich dicht an dicht und machen einen Strandbesuch für uns von Minute zu Minute mehr zu einer höchst unangenehmen, wenn nicht gar ausgeschlossenen Nachmittagsveranstaltung. Nein danke! Hier bleiben wir nicht. Weil wir, so typisch für uns, eh wieder die Hälfte vergessen haben, fahren wir zurück in die Stadt und kaufen ein paar Getränke, denn glücklicherweise haben hier viele Supermärkte auch an den Sonntagen geöffnet.
Mit etwas Öl wird‘s schon passen 🫣
Einige Kilometer zurück in Richtung Thessaloniki sehen wir auf der Karte eine Reihe schmaler Strände. Wir versuchen unser Glück und tatsächlich finden wir einen fast leeren Parkplatz, an dem ein paar steile Pfade nach unten führen. Wir „entscheiden“ uns für den Unwegsamsten.
Schon auf dem Weg nach unten freuen wir uns über unsere Entscheidung. Türkisblau funkelt das klare Wasser der Ägäis. Nur wenige Menschen haben außer uns den Weg hierhin gefunden und so kommen wir doch noch zu unserem geruhsamen Nachmittag und können die Gedanken bei Meeresrauschen, Steinburgen bauen und dem Beobachten der vielen kleinen Bee Eater in aller Ruhe treiben lassen.
Bee Eater
Wohlfühlstrand
Eigentlich wollten wir den Abend ganz entspannt in einem Restaurant ausklingen lassen. Doch kaum machen wir uns auf den Weg, ziehen über dem Olymp pechschwarze Wolken auf. Innerhalb weniger Minuten beginnt es zu regnen. Gerade noch rechtzeitig retten wir uns unter eine Markise, als der Wind plötzlich kräftig auffrischt. Schirme werden durch die Straßen geweht, Blätter wirbeln durch die Luft und über den Gipfeln des Olymp zucken helle Blitze.
Unser ursprünglich ausgesuchtes Restaurant ist bis auf den letzten Platz besetzt. Also warten wir den stärksten Regenschauer ab und huschen anschließend von einer Markise zur nächsten. So dicht, wie sich die Lokale aneinander reihen, so dicht drängen sich die Menschen zwischen den Tischen, um nicht komplett einzuweichen.
Schließlich entdecken wir eine kleine Taverne, in der tatsächlich noch ein Tisch frei ist. Wir bestellen mehrere köstliche Vorspeisen zum Teilen, genießen eine Flasche Wein – oder zwei 😇und beobachten dabei, wie draußen das Gewitter langsam weiterzieht. Während Zeus dort oben noch immer wutschnaubend seine Blitze nach wem auch immer vom Berg schleudert, verbringen wir einen herrlich gemütlichen Abend im Olympus Gitema.
Morgen: Abenteuer Canyoning